Wieso sollte man sich überhaupt versichern?

Welche Vorteile haben Sie durch eine Versicherung? Wie funktioniert eine Versicherung?

Alle Menschen sind von verschiedenen Gefahren bedroht. Nehmen wir als Beispiel die Berufsunfähigkeit.

Es ist grundsätzlich vorstellbar, dass man durch eine Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Dadurch könnten Sie auch keine Einnahmen mehr erzielen.

Nun schließen sich genau die Personen zusammen, die von derselben Gefahr bedroht sind (Gefahrengemeinschaft). Jedes Mitglied zahlt einen kleinen Beitrag in den "gemeinsamen Topf" ein. Stößt  einem dieser Gemeinschaft etwas zu (was wir nicht hoffen wollen), erhält dieser aus der Gemeinschaftskasse entsprechende Unterstützung in seiner Notsituation.

Die Beiträge für einzelne Versicherungen werden dabei nach zwei Prinzipien berechnet:

Das Solidaritätsprinzip. Es kommt z.B. in der Sozialversicherung zur Anwendung. Der Grundsatz dabei lautet: Wer mehr hat, zahlt höhere Beiträge und unterstützt damit auch diejenigen, die weniger haben.

Die Individualversicherung richtet sich nach dem Risiko, d. h. alle Versicherten zahlen die gleiche Prämie für das gleiche Risiko. Dieses Prinzip kommt in der Versicherungsbranche zur Anwendung. 

Welche Risiken sollte man versichern?
Grundsätzlich ist es sinnvoll, zu überlegen, welchen Risiken man ausgesetzt ist - dazu könnten Sie z.B. eine Liste zusammenstellen. Nicht alle Risiken müssen Sie auch versichern. Überlegen Sie, ob Sie das Risiko auch auf andere Weise meistern können. Dazu gehen Sie in 4 Schritten vor:

Schritt 1: Können Sie das Risiko vermeiden?
Nehmen wir an, sie wollen demnächst zum ersten Mal Fallschirmspringen. Dieser Sport stellt ein gewisses Risiko dar. Sie können diesem Risiko sehr effektiv aus dem Weg gehen, wenn Sie eben nicht Fallschirmspringen, und weiterhin von Boden aus andere Springer bewundern.

Schritt 2: Können Sie das Risiko vermindern?
Ein Beispiel könnte hier sein, dass Sie als passionierter Taucher auf Ihr Hobby, und das damit verbundene Risiko verzichten wollen. Sie vermindern das Risiko aber, indem Sie z.B. nicht alleine tauchen, mehrere fundierte Tauch-Ausbildung gemacht haben, und Ihre Ausrüstung stets "in Schuss" ist.

Schritt 3: Können Sie das Risiko überwälzen?
"Überwälzen" bedeutet zu überlegen ob es eine Rechtsgrundlage gibt, nach der ein Anderer für den Schaden haften muss.

Dazu ein Beispiel: Eine Skiläuferin trug schwere Verletzungen davon weil ein neuer Skischuh gebrochen ist. In diesem Fall musste der Hersteller für den offensichtlichen Materialfehler haften und der Frau ein hohes Schmerzensgeld, sowie die Arzt- und Krankenhauskosten bezahlen.

Hier wurde also das Risiko Unfallverletzung auf die Rechtsgrundlage der Produkthaftung überwälzt.

Schritt 4: versichern Sie das Risiko!
Erst wenn sich das Risiko nicht durch die Schritte eins, zwei und drei aus der Welt schaffen lässt, sollten Sie es versichern.

Ein gutes Beispiel für solche ein Risiko ist das Haftungsrisiko. Laut § 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) haften Sie nämlich, wenn Sie anderen einen Schaden zufügt haben – und zwar in unbegrenzter Höhe. Solch ein Risiko ist vollkommen unkalkulierbar. Sie können es weder vermeiden, noch vermindern, noch überwälzen. Deshalb ist eine private Haftpflichtversicherung unserer Meinung unbedingt notwendig.